Ressourcenschonender Beton - Werkstoff für die nächste Generation

R-Beton

Mineralische Bauabfälle vs. hochwertige Werkstoffe aus Altbaustoffen

Mineralische Bauabfälle stellen mit Abstand die größte Abfallfraktion dar. Bislang werden diese aufbereiteten Werkstoffe überwiegend für nicht gleichwertige Anwendungen wie z. B. im Tief- und Wegebau eingesetzt, d. h. das Potenzial zur Herstellung hochwertiger Werkstoffe wie z. B. Beton wird nicht genutzt (downcycling)

Setzt man voraus, dass diese Verwertungswege in der Zukunft nicht weiter ausbaufähig oder sogar rückläufig sein können („Sättigungseffekte“ im Bereich von Infrastrukturmaßnahmen), so kommt einer verstärkten Verwendung im Betonbau eine große Bedeutung zu.

Es ist an der Zeit, mineralische Bauabfälle als Rohstofflager aus Altbaustoffen zu erkennen und sie ihrem Nutzungspotenzial entsprechend als hochwertige Werkstoffe einzusetzen. Dies trägt in erheblichem Maße zu einer Schonung der natürlichen Ressourcen bei und liefert einen entscheidenden Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in diesem großen und wichtigen Baustoffsegment.

Werkstoff der nächsten Generation – R-Beton

R-Beton ist ein innovativer Werkstoff. Als rezyklierte Gesteinskörnung (nachfolgend RC-Gesteinskörnung) können Altbaustoffe aus dem Hochbau wieder in den Hochbau zurückgeführt werden, indem sie zu Werkstoffen für die Beton- und Zementproduktion aufbereitet werden. Bislang wird R-Beton nur durch wenige Transportbetonwerke hergestellt, wobei das Anwendungspotenzial dieses Werkstoffs selbst in diesen Fällen nicht ausgeschöpft wird, da fast ausschließlich auf Altbetone für die Herstellung der RC-Gesteinskörnung zurückgegriffen wird.

Forschungsziele

Einer weitergehenden hochwertigen Verwendung der erzeugten Sekundärstoffe im Sinne eines geschlossenen Baustoffkreislaufs steht derzeit noch eine Reihe von Hemmnissen im Wege, die durch das Projekt ausgeräumt werden sollen.

So wird beispielsweise die Verwendung von feiner RC-Gesteinskörnung bisher ausgeschlossen und grobe RC-Gesteinskörnung nur in engen Grenzen zugelassen. Dies gilt insbesondere für den Einsatz von Gesteinskörnungen mit Anteilen aus gebrochenen Mauerwerksziegeln. Diese Regelungen beruhen auf dem Stand der Technik der 90er Jahre und berücksichtigen die deutlichen Fortschritte – z. B. im Bereich der Betonzusatzmittel und der Aufbereitungstechnik – nicht. Generell muss der Einsatz von R-Beton auch unter Umweltgesichtspunkten deutlich vorteilhaft sein, was über das Forschungsprojekt nachgewiesen werden wird.

Die gesamte Wertschöpfungskette als Untersuchungs­umfang

Das Projekt umfasst die gesamte Wertschöpfungskette und greift alle Aspekte auf, die einer breiten Markteinführung des Werkstoffs R-Beton aus heutiger Sicht entgegenstehen. Im Ergebnis sollen praxisgerechtere Anwendungsregeln geschaffen werden, die sowohl für die Altbaustoffrecyclingunternehmen als Produzenten der Gesteinskörnungen als auch für die Transportbetonindustrie gegenüber dem Status Quo deutliche Fortschritte ermöglichen. Nur dann ist sichergestellt, dass sich diese ressourcenschonende Lösung durchsetzen kann und geschlossene Materialkreisläufe im Hochbau erreicht werden.