Ressourcenschonender Beton - Werkstoff der nächsten Generation

Teilvorhaben 1

Ermittlung praxisrelevanter Stoffströme unter
Berücksichtigung des prognostizieren Aufkommens
und Ökobilanzierung im Bereich der Betonanwendung
sowie der RC-Gesteinskörnungsherstellung

Mit dem Gesamtvorhaben R-Beton soll ein ressourcenschonender Beton erarbeitet werden. Dieser Beton wird sich dadurch auszeichnen, dass zu seiner Herstellung in möglichst großem Umfang auf Stoffe als Rezepturbestandteile zurückgegriffen werden kann, die über verschiedene Aufbereitungsschritte aus mineralischen Bauabfällen hergestellt wurden.

Mineralische Bauabfälle fallen in erheblichen Mengen zur Entsorgung an. Sie umfassen zahlreiche verschiedene Abfallarten und Stoffströme, die sich in ihren stofflichen und physikalischen Eigenschaften deutlich unterscheiden. Durch die erheblichen Änderungen in der jüngeren Vergangenheit hinsichtlich Bauweisen und verwendeten Baumaterialien werden sich Aufkommen und Charakteristik dieser Abfallstoffströme verändern. In einem ersten Schritt gilt es daher für die Zukunft die Abfallmassen zu prognostizieren und zu beschreiben, die sich in ihren stofflichen Eigenschaften und im Massenaufkommen als sekundärer Rohstoff für die Betonherstellung eignen können.

Die im Rahmen des Projektes entwickelten Betonrezepturen müssen sich auch aus gesamtökologischer Sicht gegenüber den bisher üblichen konventionellen Betonen als vorteilhaft erweisen und dies ohne Abstriche in den Produkteigenschaften. Dies gilt es mit diesem Teilvorhaben über eine ökologische Begleitforschung in Form von Ökobilanzen sicherzustellen.

Mit einem Arbeitspaket wird die Erarbeitung der Betonrezepturen begleitet und aus ökologischer Sicht optimiert. Die Herstellung aller Rezepturbestandteile, die eigentliche Betonmischung sowie die Verarbeitung des Betons auf der Baustelle und das Umweltverhalten des Festbetons während der Lebenszeit des Gebäudes müssen sich gegenüber konventionellen Betonen gleicher Produkteigenschaften messen lassen.

Die Qualität des Betons sowie Art und Menge der übrigen Rezepturbestandteile wird wesentlich über die als Zuschlag verwendete Gesteinskörnung und ihre Eigenschaften bestimmt. Im Rahmen einer ökologischen Begleitforschung gilt es daher sicherzustellen, dass sich die gesamte Prozesskette von dem Zugriff auf geeignete Ausgangsmaterialien aus dem Portfolio der mineralischen Bauabfälle, die verschiedenen Techniken und Prozesse der Aufbereitung bis hin zur Konfektionierung der Gesteinskörnung für die Betonherstellung gegenüber dem konventionellen Ansatz des Rückgriffs auf primäre Rohstoffe als vorteilhaft erweist. Gleichzeitig muss sich diese Produktionsausrichtung aus Sicht eines Bauschuttrecyclers gegenüber der Herstellung des konventionellen Produktportfolios auch ökologisch rechnen.

Nur wenn die Herstellung eines ressourcenschonenden R-Betons sich sowohl aus Sicht des Betonherstellers als auch aus Sicht des Bauschuttrecyclers als ökologisch vorteilhaft erweist und die geeigneten mineralischen Bauabfälle in ausreichender Menge als hierfür benötigte Rohstoffe zur Verfügung stehen, kann sich der mit dem Forschungsprojekt intendierte Impuls in Richtung Ressourcenschutz im Bau auch nachhaltig in der Baupraxis manifestieren.

Teilprojektleiter:

Florian Knappe
IFEU-Institut für Energie- und
Umweltforschung Heidelberg GmbH
Wilckensstraße 3
Tel.: 06221 4767-26, Fax: 06221 4767-19
florian.knappe@ifeu.de